Camping in Schweden - mit Auto und Hund!


 

Nicht jeder hat das Glück, einen Van oder ausgebauten Transporter zu haben, um tolle Flecken dieser Erde zu bereisen. Aber es reicht auch manchmal nur ein Auto. Schon letztes Jahr sind wir quer durch Schweden - nur im Passat.

Wer sind denn "wir"? Das sind ich, Louise, mein Mann Henrik mit zarten 195cm Körpergröße (glaubt mir, dass ist nicht so unwichtig bei so einem Abenteuer) und unser 2 Jähriger Aussie Pippilotta.



 

Vorbereitung ist das halbe Leben - oder auch nicht?


Vorbereitung für so einen Tripp ist wichtig, keine Frage, vor allem, wenn ihr einen Hund dabei habt und so gar nichts fürs Camping zu Hause habt. Aber Schweden ist nicht der Arsch der Welt - wenn ihr was vergesst habt ihr dort wirklich viele Outdoorläden (wo, wenn nicht in Skandinavien!?) und mega coole Supermärkte. Auch das ist eine Art das Land kennenzulernen - wenn man alles dabei hat, dann geht man nicht in heimische Läden.


Ohne das wird es nichts


Was braucht ihr denn nun wirklich in der Vorbereitung? Das kommt jetzt kurz und knackig, bisschen sortiert für euch! Ein Gebot steht immer ganz oben: so klein und platzsparend wie möglich denken!


  • Hund: Impfungen vorhanden und Impfpass ausgefüllt, beim Zoll im Zielland angemeldet, macht euch wirklich nen Kopf über Zeckenschutz - damit ist in Schweden nicht zu spaßen, zumal ihr eng auf eng im Auto schlaft. Schleppleine und ggf. Maulkorb für die Fähre, wenn ihr Barft - was ist die Alternative? Wir füttern die Dosen von Tabus, da sie dem Barfplan von Pippi sehr nahe kommen und wirklich gut sind.

Im Blogbeitrag hier findet ihr alle Einreisebestimmungen und Tipps für die Anreise nach Schweden mit eurem Vierbeiner

  • Schlafplatz: Um im Auto zu schlafen ist ne Matratze echt gut, aber die, die Maßgefertigt für Modell X zu kaufen sind kosten locker 500€. Eine günstige Alternative: kauft euch beim schwedischen Möbelriesen oder co. eine einfache Matratze aus Kaltschaum (nicht zu dick!) die etwas breiter ist als die breiteste Stelle eures Autos bei umgeklappten Rücksitzen. Diese Stelle ist in der Regel auf Höhe der Rücktüren beim Griff. Es gibt Schablonen, mit denen ihr Rundungen abpauschen könnt, um sie auf die Matratze zu übertragen. Wenn alles zugeschnitten ist im gesamten, könnt ihr sie in drei bis 4 Teile kleiner schneiden, um sie besser zu verstauen.

  • Kosten: ca. 80€



  • Als Kopfkissen haben wir zwei aufblasbare Hörnchen und zwei Schlafsäcke, die bis 0° gut warm halten. Daunenschlafsäcke sind nicht zu empfehlen, weil im Auto gern eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Daunen sich vollsaugen - ihr bekommt sie im Sommer nur schwer getrocknet und dann bringen euch die besten Daunen nichts.


  • Stauraum: Im Auto wird's schnell chaotisch, deshalb sollte man logisch den Platz nutzen, den man hat. Eine Dachbox war da für uns ein wahrer Segen - dort finden sperrige Dinge, die man täglich benötigt ausreichend Platz: Stühle, Tische, Sonnenschutz und Wasserkanister. Zusätzlich haben wir ein Netz unter das Autodach gespannt, wo man Kissen, Ladekabel und Mützen und co schnell und einfach verstauen kann. Zusätzlich haben wir uns im Baumarkt stabile Platikkisten mit Deckel geholt: diese passen perfekt hinter den Vordersitz und über nacht in den Fußraum, ggf. sogar unters Auto und schützt gleichzeitig vor wilden Tieren.


  • Hygiene: Die Seen in Schweden ist so glasklar und sauber, das man getrost auf eine Dusche verzichten kann. Aber worauf die Natur nicht verzichten kann ist biologisch abbaubare Seife. Die Firma Seatosummit hat kleine Abpackungen für Waschmittel, Duschbad und was man sonst so braucht. Um auch unterwegs einfach mal nen Shirt oder Schlüpf zu waschen haben wir eine "Miniwaschmaschine" von Scrubba - nichts weiter als ein Seesack mit Noppen den man wie ein Waschbrett nutzt. Super praktisch und man kann einen Großteil an Klamotten zu Hause lassen. Mit der superwinzigen Wäscheleine kann man die Klamotten im Nu zwischen zwei Bäumen aufhängen zum Trocknen. Als letztes: Wie macht man das denn mit dem Klo? Ganz einfach: jeder Badeplatz in Schweden und jeder ICA Maxi haben freizugängliche Klos. Wenn auch nur ein Plumsklo - einfach Klopapier mit nehmen und fertig! Und oftmals hat man sogar Pipikaka with a View.

  • Versorgung: an Essen nehmen wir nichts wirklich mit außer paar Nudeln und nen Glas Pesto. In Schweden kostet alles (außer Milchprodukte) ähnlich wie in Deutschland. Also haben wir “nur„ einen Grill von Skotti, nen kleinen Aufsatz und Bambus-Geschirr dabei. Den Wassertank kann man an fast jeder Tankstelle kostenlos mit Trinkwasser auffüllen und im Wald gibt es zu jeder Jahreszeit tolle Sachen zum Kochen: Pilze, Beeren, Kräuter und der Hecht aus dem See ist echt was feines.

  • Mückenschutz: Ja es stimmt - in Schweden gibt es Mücken, viele Mücken. Viele der Stellplätze sind in unmittelbarer Wassernähe und somit ein Paradies für kleine lästige Biester. Spart euch das Mückenspray aus Deutschland für teuer Geld - kauft das gute direkt in Schweden namens MYGGA, das hilft garantiert und ist um einiges günstiger. Das gibt es in jedem ICA bei den Gartengeräten in der Ungezieferabteilung. Es gibt Klamotten von Craghoppers, die einen Faden im Stoff enthalten, der Mücken abhält. Und ja die sind schweineteuer - also man kann es auch lassen. Was aber unabdinglich ist: Mückenschutz für die Fenster! Wer nachts die Seitenfenster etwas auflassen will, kommt an ungebetenen Besuch nicht herum. Es gibt sehr günstig Netze, die einfach über die Tür gestreift werden und schon kann man die Fenster geschützt öffnen. Solltet ihr doch an den Stichen nicht herumkommen helfen zwei Dinge wirklich gut: der Bite Away (Henrik schwört drauf, ich hasse es) - ein Stift der für 3 sek sehr heiß wird und dadurch das Eiweiß im Stich gerinnt und nicht mehr juckt. Es hilft wirklich unglaublich gut, ich kann die Art von Schmerz aber nicht ab. Alternativ gibt es FeniHydrocort als kleiner Roller oder Creme. Diese Salbe kühlt und wirkt entzündungshemmend. Ich habe beides immer dabei!

  • Stromversorgung: Ja, wir haben mittlerweile viele Elektrogeräte: Handy, Kamera, GoPro, Tablet, Smartwatch und alles möchte regelmäßig geladen werden. In einem Ferienhaus kein Problem, nur im Auto gar nicht so einfach. Wir haben uns von der Marke Anker ein Solarpanel und zwei Powerbanks geholt. An das Solarpanel, kann man entweder drei Endgeräte gleichzeitig laden oder eben die Powerbanks tagsüber. Denkt dran, sobald Wolken vorbeiziehen, lädt das Paneel nicht und das ist nicht so geil für den Akku. Also lieber die Powerbanks drüber laden. Ihr könnt das Solarpanel auch unter Frontscheibe eures Autos legen, falls ihr unterwegs seid. Fensterglas filtert zwar UV, aber es reicht immer noch aus zum laden. Und was auch hilft - einfach mal abschalten. Nehmt euch nen Buch mit, spielt ne Runde 10000 und schreibt ne Postkarte anstelle von 130 Textnachrichten.


Ich glaub das wars soweit! Denkt immer dran, Schweden ist nicht der Arsch der Welt - wenn ihr etwas vergesst, gibt es ganz bald einen Billtema (kein Schwedentrip ohne Zwischenstop da!)


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